Probier's mal mit Beten!
| |
Es gibt eine Vielzahl von Gebeten in der christlichen Religion. Eine der vielleicht ältesten Formen des „Gruppengebets“ ist das Psalmenbeten. Dabei wird ein Psalm abwechselnd von zwei Gruppen gebetet. Das Psalmengebet hat den großen Vorteil, dass alle Teilnehmenden abwechselnd hören und sprechen. Dadurch entsteht automatisch ein hoher Grad an Aufmerksamkeit, der von der Gruppengröße unabhängig ist. Die einfache Zugänglichkeit und der gleichzeitige gemeinschaftliche Erlebnischarakter überraschen viele Menschen.
Der Ablauf ist sehr simpel: Teilt die Gruppe gern in zwei Hälften. Die erste Gruppe beginnt damit, die erste Zeile gemeinsam laut vorzulesen – bis zum Sternchen. Ist der Stern erreicht, gibt es eine kurze Pause von 2–3 Sekunden. Anschließend spricht dieselbe Gruppe die zweite Zeile. Ist diese fertiggesprochen, schließt die zweite Gruppe direkt und ohne Pause mit der dritten Zeile an. Diese spricht wieder bis zum Sternchen, macht eine kurze Pause und betet dann die nächste Zeile. Dieser Wechsel setzt sich fort, bis der Psalmentext vollständig gesprochen wurde. Eine kurze Stille zum Abschluss rundet das Gebet ab.
Psalm 42
Für den Chormeister. Ein Weisheitslied der Korachiter.
Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, * so lechzt meine Seele, nach dir, Gott.
Meine Seele dürstet nach Gott, * nach dem lebendigen Gott. Wann darf ich kommen * und erscheinen vor Gottes Angesicht?
Meine Tränen sind mir Brot geworden bei Tag und bei Nacht; * man sagt zu mir den ganzen Tag: Wo ist dein Gott?
Ich denke daran und schütte vor mir meine Seele aus: * Ich will in einer Schar einherziehn. Ich will in ihr zum Haus Gottes schreiten, / im Schall von Jubel und Dank * in festlich wogender Menge.
Was bist du bedrückt, meine Seele, * und was ächzt du in mir? Harre auf Gott; / denn ich werde ihm noch danken * für die Rettung in seinem Angesicht.
Bedrückt ist meine Seele in mir, / darum gedenke ich deiner im Jordanland, * am Hermon, am Berg Mizar.
Flut ruft der Flut zu beim Tosen deiner stürzenden Wasser, * all deine Wellen und Wogen zogen über mich hin.
Bei Tag entbietet der HERR seine Huld / und in der Nacht ist sein Lied bei mir, * ein Gebet zum Gott meines Lebens.
Sagen will ich zu Gott, meinem Fels: / Warum hast du mich vergessen? * Warum muss ich trauernd einhergehn, von meinem Feind unterdrückt?
Es trifft mich zu Tode in meinen Gebeinen, / dass meine Bedränger mich verhöhnen, * da sie den ganzen Tag zu mir sagen: Wo ist dein Gott?




